Was ist Muay Thai
Muay Thai มวยไทย - in Deutschland auch bekannt als Thaiboxen - ist Thailands Nationalsport. Ursprünglich diente die Kampfkunst dem siamesischen Volk (Thailands alte Bezeichnung) um sich vor Invasoren zu behaupten.
Primär kommen Techniken mit Fäusten, Ellbogen, Knien und Schienbeinen zum Einsatz, weshalb Muay Thai auch als "The Art of 8 Limbs" bezeichnet wird. Eine Besonderheit im Muay Thai ist das sogenannte "Clinchen". In der Umklammerung versuchen die Kontrahenten sich gegenseitig durch Hebel- und Wurftechniken aus dem Gleichgewicht zu bringen und mit wirkungsvollen Ellbogen- und Knietreffer zu attackieren.
Vor einem Wettkampf präsentieren die Kämpfer eine tanzähnliche Zeremonie (Wai Kru & Ram Muay) geleitet von rhythmischer Musik (Samara). Über die volle Kampfzeit von 5 Runden a 3 Minuten werden die Kämpfer stets von der Musik begleitet. Muay Thai gilt weltweit als äußert effektiver und harter Kampfsport.

Das Mong Kon ist eine heilige Kopfbedeckung, welche die Kämpfer beim Betreten des Rings sowie beim Vorführen des Wai Kru und Ram Muay tragen. Das Mong Kon erhalten die Athleten von ihren Trainern was sie als Talisman vor Verletzungen im Ring beschützen soll.
Außerhalb Thailands steigen Thaiboxer mit ihrem heiligen Kopfschmuck nicht "durch" sondern "über" die Seile in den Ring. In Thailand hingegen fordert die Tradition und das Glaubenssystem das nur männliche Kämpfer den Ring über das oberste Seil betreten, während weibliche Kämpferinnen stattdessen unter dem untersten Seil hindurchgehen. Auch darf das Mong Kon nie unterhalb der Gürtellinie aufbewahrt werden, da es sonst seine Wirkung verliert.

Das Pra Jiad ist ein glücksbringender Kampfschmuck in Form eines bunten Stoffbands, welches die Kämpfer während des Kampfes, oberhalb ihres Bizepses tragen. Nicht selten wickeln die Sportler persönliche Gegenstände wie bspw. eine Haarsträhne eines ihnen bedeutenden Menschen darin ein, um daraus Kraft und Selbstvertrauen im Kampf zu gewinnen.

Der Wai Kru und der Ram Muay sind traditionelle Bewegungsformen, die von beiden Kontrahenten zeitgleich im Ring vor Beginn des Kampfes vorgeführt werden.
Beim Wai Kru verbeugen sich die Kämpfer dreimal kniend in der Ringmitte um den Lehrern, Eltern und ihrem Land ihren Respekt zu erweisen. Anschließend folgt die tänzerische Darbietung des Ram Muay. Durch den Ram Muay zeigen die Sportler aus welchem Camp sie stammen und ehren somit auch ihre Trainingsstätte. Gleichzeitig helfen die tänzerischen Bewegungsformen als Abbau von Nervosität und zur Dehnung der Muskulatur.
Nach der "Vorführung" begeben sich die Kämpfer zu ihrem Trainer zurück in die Ringecke. Der Schüler erhält dann eine Art „Stoßgebet" des Trainers bevor ihm das Mong Kon abgenommen wird und der Gong zur ersten Runde ertönt.

